TOKAT-Still_Hakan_05 Jugendbanden fallen in der 90ziger verstärkt durch Schlagzeilen auf: Sprayer, Drogen-Verticker, Jacken-Abzieher, Bandenmitglieder.
20 Jahre später – was ist aus ihnen geworden?

Der Dokumentarfilm „TOKAT – Das Leben schlägt zurück“ porträtiert drei ehemalige Mitglieder Frankfurter Jugendbanden wie den „Turkish Power Boys“ und öffnet den Blick auf Biographien jenseits von Migrationsklischees und kulturpolitischen Floskeln.

Kerem, Dönmez und Hakan hatten in ihrer Jugend eines gemeinsam: Sie wuchsen zusammen in Frankfurt auf und waren dort Mitglied der berüchtigten Jugendbanden. Anfang der 90er Jahre machten sie zahlreiche Gewaltdelikte – von Beschaffungskriminalität bis hin zu schwerer Körperverletzung und Todschlag. Ihr Ruf verbreitete sich rasant, nicht zuletzt durch die Berichterstattung in lokalen und überregionalen Medien. Heute, nach 20 Jahren, weisen ihre verschiedenen Lebenswege kaum noch Parallelen auf. Dönmez wurde in die Türkei abgeschoben, ist Familienvater und arbeitet in einer Apfelsaftfabrik. Hakan, 1999 in die Türkei abgeschoben, arbeitet als Feldarbeiter am Fuß des Berges Ararat. Kerem´s Gesundheit ist wegen seines Drogenkonsums ruiniert, er lebt als Frührentner in Frankfurt.

Der Film beginnt in der Gegenwart, die durch Beobachtungen des Alltags der Männer und prägnante Interviewsituationen eingefangen wird.

Verknüpft mit den Erinnerungen und Erzählungen aus ihrer Jugend, begibt sich der Film auch visuell in die Vergangenheit. Die unterschiedlichen Lebensräume in Frankfurt und der Türkei, als Jugendliche und Erwachsene, irgendwo zwischen Bedauern und Nostalgie, werden dadurch zu einer dynamischen und persönlichen Geschichte.